| Name: mauerblümchen |
02.12.2004 - 06:51   
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Die Begeisterung ist das tägliche Brot der Jugend. Die Skepis ist der tägliche Wein des Alters. Wilhelm Busch |
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| Name: Laura |
27.11.2004 - 18:01   
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Es sitzt ein Vogel auf dem Leim, Er flattert sehr und kann nicht heim. Ein schwarzer Kater schleicht herzu, Die Krallen scharf, die Augen gluh. Am Baum hinauf und immer höher Kommt er dem armen Vogel näher. Der Vogel denkt: Weil das so ist Und weil mich doch der Kater frißt, So will ich keine Zeit verlieren, Will noch ein wenig quinquilieren Und lustig pfeifen wie zuvor. Der Vogel, scheint mir, hat Humor. Wilhelm Busch |
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| Name: Laura |
27.11.2004 - 18:00   
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Es sitzt ein Vogel auf dem Leim, Er flattert sehr und kann nicht heim. Ein schwarzer Kater schleicht herzu, Die Krallen scharf, die Augen gluh. Am Baum hinauf und immer höher Kommt er dem armen Vogel näher. Der Vogel denkt: Weil das so ist Und weil mich doch der Kater frißt, So will ich keine Zeit verlieren, Will noch ein wenig quinquilieren Und lustig pfeifen wie zuvor. Der Vogel, scheint mir, hat Humor. Wilhelm Busch |
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| Name: mauerblümchen |
10.03.2004 - 06:09   
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Die Affen Der Bauer sprach zu seinem Jungen: Heut in der Stadt, da wirst du gaffen. Wir fahren hin und sehn die Affen. Es ist gelungen Und um sich schief zu lachen, Was die für Streiche machen Und für Gesichter, Wie rechte Bösewichter. Sie kraulen sich, Sie zausen sich, Sie hauen sich, Sie lausen sich, Beschnuppern dies, beknuppern das, Und keiner gönnt dem andern was, Und essen tun sie mit der Hand, Und alles tun sie mit Verstand, Und jeder stiehlt als wie ein Rabe, Pass auf, das siehst du heute. O Vater, rief der Knabe, Sind Affen denn auch Leute? Der Vater sprach: Nun ja, Nicht ganz, doch so beinah. Wilhelm Busch |
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| Name: mauerblümchen |
16.02.2004 - 11:18  
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Es ist halt schön, Wenn wir die Freunde kommen sehn. - Schön ist es ferner, wenn sie bleiben Und sich mit uns die Zeit vertreiben. Doch wenn sie schließlich wieder gehn, Ist's auch recht schön. |
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| Name: mauerblümchen |
14.02.2004 - 19:58  
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Wie wohl ist dem, der dann und wann Sich etwas Schönes dichten kann. Der Mensch, durchtrieben und gescheit, Bemerkte schon zu alter Zeit, Dass ihm hienieden allerlei Verdrießlich und zuwider sei. Die Freude flieht auf allen Wegen; Der ärger kommt uns gern entgegen. Gar mancher schleicht betrübt umher; Sein Knopfloch ist so öd und leer. Für manchen hat ein Mädchen Reiz, Nur bleibt die Liebe seinerseits. Doch gibt’s noch mehr Verdrießlichkeiten. Zum Beispiel lässt sich nicht bestreiten: Die Sorge, wie man Nahrung findet, Ist häufig nicht so unbegründet. Kommt einer dann und fragt: „Wie geht’s?“ Steht man gewöhnlich oder stets Gewissermaßen peinlich da, Indem man spricht: „Nun, so lala!“ Und nur der Heuchler lacht vergnüglich Und gibt zur Antwort: „Ei, vorzüglich!“ Im Durchschnitt ist man kummervoll Und weiß nicht, was man machen soll. - Nicht so der Dichter. Kaum missfällt Ihm diese altgebackne Welt, So knetet er aus weicher Kleie Für sich privat erst eine neue Und zieht als freier Musensohn In die Poetendimension. Die fünfte, da die vierte jetzt Von Geistern ohnehin besetzt. Hier ist es luftig, duftig schön, Hier hat er nichts mehr auszustehn, Hier aus dem mütterlichen Busen Der ewig wohlgenährten Musen Rinnt ihm der Stoff beständig neu In seine saubre Molkerei. Gleichwie die brave Bauernmutter. Tagtäglich macht sie frische Butter. Des Abends spät, des morgens frühe Zupft sie am Hinterleib der Kühe Mit kunstgeübten Handgelenken Und trägt, was kommt, zu kühlen Schränken, Wo bald ihr Finger, leicht gekrümmt, Den fetten Rahm, der oben schwimmt, Beiseite schöpft und so in Masse Vereint im hohen Butterfasse. Jetzt mit durchlöchertem Pistille Bedrängt sie die geschmeidge Fülle. Es kullert, bullert, quietscht und quatscht, Wird auf und nieder durchgematscht, Bis das geplagte Element Vor Angst in Dick und Dünn sich trennt. Dies ist der Augenblick der Wonne. Sie hebt das Dicke aus der Tonne, Legt’s in die Mulde, flach vom Holz, Durchknetet es und drückt und rollt’s, Und sieh, in frommen Händen hält se Die wohlgeratne Butterwälze. So auch der Dichter. – Still beglückt Hat er sich was zurechtgedrückt Und fühlt sich nun in jeder Richtung Befriedigt durch die eigne Dichtung. Doch guter Menschen Hauptbestreben Ist, andern auch was abzugeben. Dem Dichter, dem sein Fabrikat Soviel Genuss bereitet hat, Er sehnt sich sehr, er kann nicht ruhn, Auch andern damit wohlzutun; Und muss er sich auch recht bemühn, Er sucht sich wen und findet ihn; Und sträubt sich der vor solchen Freuden, Er kann sein Glück mal nicht vermeiden. Am Mittelknopfe seiner Weste Hält ihn der Dichter dringen feste, Führt ihn beiseit zum guten Zwecke In eine lauschig stille Ecke, Und schon erfolgt der Griff, der rasche, Links in die warme Busentasche, Und rauschend öffnen sich die Spalten Des Manuskripts, die viel enthalten. Die Lippe sprüht, das Auge leuchtet, Des Lauschers Bart wird angefeuchtet, Denn nah und warm, wie sanftes Flöten, Ertönt die Stimme des Poeten. - „Vortrefflich!“ ruft des Dichters Freund, Dasselbe, was der Dichter meint; Und, was er sicher weiß zu glauben, Darf sich doch jeder wohl erlauben. Wie schön, wenn dann, was er erdacht, Empfunden und zurecht gemacht, Wenn seines Geistes Kunstprodukt, im Morgenblättchen abgedruckt, Vom treuen Kolporteur geleitet, Sich durch die ganze Stadt verbreitet: Das Wasser kocht. - In jedem Hause, Hervor aus stiller Schlummerklause, Eilt neu gestärkt und neu gereinigt, Froh grüßend, weil aufs neu geeinigt, Hausvater, Mutter, Jüngling, Mädchen Zum Frühkaffee mit frischen Brötchen. Sie alle bitten nach der Reihe Das Morgenblatt sich aus das neue, und jeder stutzt und jeder spricht: „Was für ein reizendes Gedicht!“ Durch die Lorgnetten, durch die Brillen, Durch weit geöffnete Pupillen, erst in den Kopf, dann in das Herz, Dann kreuz und quer und niederwärts Fliesst’s und durchweicht das ganze Wesen Von denen allen, die es lesen. Nun lebt in Leib und Seel der Leute, Umschlossen vom Bezirk der Häute Und andern warmen Kleidungsstücken, Der Dichter fort, um zu beglücken, Bis dass er schließlich abgenützt, Verklungen oder ausgeschwitzt. Ein schönes Los! Indessen doch Das allerschönste blüht ihm noch. Denn Laura, seine süße Qual, Sein Himmelstraum, sein Ideal, Die glühend ihm entgegenfliegt, Besiegt in seinen Armen liegt, Sie flüstert schmachtend inniglich: „Göttlicher Mensch, ich schätze dich! Und dass du so mein Herz gewannst, Macht bloß, weil du so dichten kannst!“ Oh, wie beglückt ist doch ein Mann, Wenn er Gedichte machen kann! |
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| Name: mauerblümchen |
14.02.2004 - 16:03  
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Was soll ich nur von eurer Liebe glauben ? Was kriecht ihr immer so in dunkle Lauben ? Wozu das ew'ge Flüstern und Gemunkel ? Das scheinen höchst verdächtige Geschichten. Und selbst die besten ehelichen Pflichten, Von allem Tun die schönste Tätigkeit, In Tempeln von des Priesters Hand geweiht, Ihr hüllt sie ein in schuldbewußtes Dunkel. Wilhelm Busch |
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| Name: mauerblümchen |
09.02.2004 - 22:26  
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Tröstlich Nachbar Nickel ist verdrießlich, und er darf sich wohl beklagen, weil ihn seine Pläne schließlich alle gänzlich fehlgeschlagen. Unsre Ziege starb heut morgen. Geh und sag´s ihm, lieber Knabe! Daß er nach so vielen Sorgen auch mal eine Freude habe. W. Busch |
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| Name: mauerblümchen |
28.01.2004 - 08:25  
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Wo du bist und wo ich sei, Ferneweg und nahebei; Überall und auch indessen Werd' ich deiner nicht vergessen; Dein gedenk' ich, still erfreut, Selbsten in der Einsamkeit; Ja, im dicksten Publikum Schwebt mein Geist um dich herum Wilhelm Busch |
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| Name: mauerblümchen |
27.01.2004 - 06:36  
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Kritik des Herzens Ich hab' in einem alten Buch gelesen Von einem Jüngling, welcher schlimm gewesen. Er streut sein Hab und Gut in alle Winde. Von Lust zu Lüsten und von Sünd zu Sünde, In tollem Drang, in schrankenlosem Streben Spornt er sein Roß hinein ins wilde Leben, Bis ihn ein jäher Sturz vom Felsenrand Dahingestreckt in Sand und Sonnenbrand, Daß Ströme Bluts aus seinem Munde dringen Und jede Hoffnung fast erloschen ist. »Ich aber hoffe« - sagt hier der Chronist -, »Die Gnade leiht dem Jüngling ihre Schwingen.« Im selben Buche hab' ich auch gelesen Von einem Manne, der honett gewesen. Es war ein Mann, den die Gemeinde ehrte, Der so von sechs bis acht sein Schöppchen leerte, Der aus Prinzip nie einem etwas borgte, Der emsig nur für Frau und Kinder sorgte; Dazu ein proprer Mann, der nie geflucht, Der seine Kirche musterhaft besucht. Kurzum, er hielt sein Rößlein stramm im Zügel Und war, wie man so sagt, ein guter Christ. »Ich fürchte nur« - bemerkt hier der Chronist -, »Dem Biedermanne wachsen keine Flügel.« |
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